Ein kurzer Augenblick

Veröffentlicht am 12. Februar 2026 um 16:21

Ein kurzer Augenblick. Nur ein kurzer Augenblick – unsere Lebenszeit auf dieser Erde, ein flüchtiger Wimpernschlag des Universums.

Unabdingbare Voraussetzung für unser Leben ist die Sterblichkeit. Wie können unsere Sterblichkeit nicht verneinen, ohne das Leben selbst zu verneinen.  Ein Blick in den Alltag: Seit Urzeiten durchziehen Kriege die Welt, doch es bleibt die Sehnsucht nach Frieden. Sind wir Menschen friedensfähig?

Nur drei Situationen, in denen mehr als eine Idee von Frieden aufleuchtet: Ein Kind, tief versunken im Spiel. Menschen mitten in der Natur von der Schönheit des Anblickes überwältigt – atemlose Stille. Und eine Begegnung von Menschen, die im Herzen verbunden sind. Alles Augenblicke, in denen die Tür für etwas anderes offensteht: Kein Ringen um Macht, kein Kampf für oder gegen andere Menschen – tiefer Frieden und Angenommensein. Teil von etwas, das größer ist als wir. Ein Zustand, aus dem wir im Alltag so oft herausfallen.

Es ist schon mehr als eine Ahnung. Wir tragen sie in uns: die Sehnsucht nach Hingabe an etwas Größeres als wir es sind. Sehnsucht – eingebunden, geborgen und geliebt zu sein. Angenommen, so wie wir sind. Da küssen sich Frieden und Liebe.

Hingabe an etwas, das über unser eigenes Sein hinausreicht. Auf lange Sicht hat nur die Art von Liebe Bestand, die aus einer tiefen inneren Freiheit geboren ist. Unabhängig von negativen äußeren und inneren Einflüssen. Das ist der Weg, die Rückkehr des Menschen zu sich selbst. Rückkehr zum Sinn und zur Verbundenheit mit dem Leben. Verbunden mit der Ganzheit alles Seins.

 

Rüdiger Schaller, Autor des Buches „In die Stille“

12.02.2026

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.